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Products - Kalender |
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Der Kalender im Format 43 x 30 wird mit inkludiertem Jahres-Wandplaner in einem festen Geschenkcouvert in schwarz oder gold geliefert. Der Kalender 2010 titelte “Farbschaufenster - Oasen im grauen Alltag. 2006 beispielsweise titelte der Kalender “Emotionen II - Die Logik des Herzens” und knüpfte damit thematisch an den Kalender 2005 an. Das Vorwort zum Kalender 2006 hat Bernd Storz geschrieben; sie können es hier lesen. Mit Klick auf den 2006er Kalender öffnet sich die Ansicht der Monatsblätter im Kleinformat. Der Preis des Kalenders beträgt 20,- Euro (zuzüglich Versandkosten). Bei Bestellungen ab 10 Stück reduziert sich der Preis auf 15,- Euro. Bitte bestellen sie formlos per E-Mail. Sie erhalten den
Wer den neuen Kalender von Fred Zawadzki aufschlägt und ihm Blatt für Blatt mit Aufmerksamkeit folgt, wird überrascht sein. Thematisch knüpfen die für 2006 ausgewählten Arbeiten an die künstlerische Produktion des Vorjahres an, die der Künstler unter dem Titel „Emotionen – Die Macht der Gefühle“ präsentierte. Von der „Macht der Gefühle“ zur „Logik des Herzens“. Ein konsequenter Weg. Ein Weg, der – nach wie vor - Höhen und Tiefen menschlicher Existenz widerzuspiegeln scheint. Epikur, der berühmte griechische Philosoph, 342 v.Chr. auf Samos geboren, sagte: „Wenn man einander nicht sehen, sich nicht austauschen und nicht beisammen sein kann, erlischt das Gefühl der Liebe.“ Fred Zawadzki leistet über Jahre hinweg Erinnerungsarbeit. Wer mit knapp dreißig Jahren aus Rumänien in die schwäbische Heimat seiner Vorfahren flieht, weiß aus eigener Erfahrung, was es heißt, wenn man einander nicht sehen, sich nicht austauschen und nicht beisammen sein kann. In einer Zeit, in der die emotionalen Bedürfnisse der Menschen bis in die psychischen Kapillarsysteme hinein von Werbung, Politik und falschen Propheten missbraucht werden, stellt der Künstler Fred Zawadzki die einfache Frage nach der „Logik des Herzens“.
Die im Kalender 2005 versammelten Arbeiten waren beseelt von Erinnerungen an die Zeit der Kindheit und Jugend in Temeschburg. Melancholische Momentaufnahmen, in denen die Trauer über etwas unwiederbringbar Verlorenes mitschwang: Kindheit, Heimat, Heimat der Kindheit... In den aktuellen Arbeiten nun wird auch ein neuer Ton angeschlagen. Ein Ton, der Vertrautes weiterentwickelt und gleichzeitig verschiedene Impulse der Moderne – die sich vom Naturalismus des 19. Jahrhunderts ablöste und die Kunst des 20. Jahrhunderts bekanntlich in vielgestaltigen Aspekten revolutionierte – in sich aufnimmt. Überrascht? Das Januar-Blatt nimmt unter dem Titel „Heimweh – Brücke über die Sehnsucht“ das Motiv der im Jugendstil der Wende vom 19ten zum 20ten Jahrhundert erbauten Bischofsbrücke der Heimatstadt wieder auf – ein Motiv, das sich zentral durch das Schaffen des Künstlers zieht und das allen Liebhabern seiner Werke vertraut ist. Doch die klassische Frontalansicht ist einer neuen Perspektive gewichen. Wie nie zuvor wird die Brücke in ihrer architektonischen Gliederung geschildert, fokussiert auf den Boden des Ufers, ihrer Verankerung. Die Sinnbildlichkeit von Zawadzkis Bildsprache ist inzwischen sprichwörtlich. Man muss sich nur die Zeit, die Geduld nehmen, sich in sie einzufühlen, sie verstehen zu wollen. Februar zeigt „Fröhlichkeit“ – eine frech hinaquarellierte Situation leicht bewegter Figuren, die sich in imaginären Schatten zu spiegeln scheinen. Diese Spontaneität in der Figurengestaltung ist in Zawadzkis Schaffen neu. Bildnerisch weist sie jedoch nur scheinbar in eine andere Richtung als die klar gegliederte, strenge Bildarchitektur, die wir von vielen seiner anderen Werke – vor allen den Stadtmotiven – kennen. Denn auch hier wird die gestalterische Freiheit in den Formwillen des Künstlers eingebunden. In der von ihm selbst entwickelten Spachteltechnik präsentiert sich auch das Märzblatt „Geborgenheit – Mutterglück“ als eine Arbeit, die sich die bedeutendste Errungenschaft der Moderne zu eigen macht: Die der Abstraktion. Der Schritt vom Abbildhaften in der Malerei wurde Anfang des 20. Jahrhunderts etwa zeitgleich von Wassily Kandinsky und dem Stuttgarter Akademieprofessor und Maler Adolf Hölzel vollzogen, wobei vor allem Hölzel seine Einsichten über die Reduktion figürlicher Erscheinungen in abstrakte Grundelemente gewann. Zawadzki versteht es, uns am Wiedererkennbaren der Grundfigur „Mutter mit Kind“ teilhaben zu lassen, eines Motivs, das tief in der Geschichte der Kunst bis hin zu den Klassikern der Moderne – Picasso, Chagall, Moore – wurzelt. Und zugleich öffnet er durch die Abstrahierung die Phantasie des Betrachters. Ein ähnlich anmutiges figürlich-reduziertes Motiv stellt – mit der Betonung des Weiblichen - das Juli-Blatt „Verlangen“ vor. Während die bisherigen Blätter eine verhaltene, zuweilen poetische Expressivität an den Tag legen, wirkt der aus einem freies Gestus heraus gemalte Tierkopf des August („Verletzbarkeit“) nicht weniger geschlossen, doch kraftvoller im Ausdruck. Die Arbeiten der anderen Monate knüpfen an eine erzählerisch-narrative Gestaltungsweise an: Bildgeschichten, die von meist schmerzlichen Grunderfahrungen des menschlichen Lebens berichten wie „Rivalität“, „Existenzangst“ oder „Reue“, ehe sie sich im Dezember wieder in eine leichte, collagenhaft arrangierte Zusammenschau von Symbolen wandeln, die das Leben rund und lebenswert machen: „Sinnlichkeit“ im besten Sinne des Wortes. Der Begriff „Logik des Herzens“ geht übrigens auf den französischen Philosophen Blaise Pascal (1623-1662) zurück. Er war der Meinung, das Herz habe „seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.“ Wir Zeitgenossen des 21. Jahrhunderts nehmen dies mit leichter Ironie zur Kenntnis, denn wenn auch der Künstler in der Expressivität seiner Werke seinen Emotionen Gestalt gibt, so gibt er ihnen doch - Gestalt. Das Formulieren der Bildgedanken ist ein Vorgang, der den expressiven Ausdruckswillen mittels der „Vernunft“ zur Kunst erhebt. Bernd Storz, November 2005
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